Mittwoch, 4. März 2015

Bressehuhn in der Salzkruste!




Es gibt Stationen im Leben, in denen will oder muss man Barfuss oder Lackschuhe oder Alles oder Nichts haben. Da gibt es keine andere Alternative.
Und genau in so einer Situation befinde ich mich seit einiger Zeit.
Natürlich kann diese Lackschuh-Theorie auf jede erdenkliche Möglichkeit angepasst werden.
Da das hier aber ein Blog zum Essen und Trinken ist, möchte ich mich auch darauf beschränken.
 

Da sah ich doch beim Geflügelhändler meines Vertrauens ein wunderschönes Bressehuhn.
Ja, ich weiß, es ist Fastenzeit, aber dennoch verschwand es unwiderruflich in meinem Einkaufskorb. Was mut, dat mut.

Nun wollte ich dieses hübsche Federvieh aber auch würdig zubereiten, also um Himmelswillen nicht verhunzen.
Im großen Bocuse-Buch von 1976 wurde ich fündig. Der gute, alte Paul hatte gleich mehrere gute Ideen parat.
Ich entschied für dieses Rezept, was ja eigentlich das Selbige gar nicht braucht,


denn als Zutaten brauchte ich nur ein Bressehuhn oder -Hahn und Pfeffer.
Fehlte noch das Salz, ganze 5 kg sollten es schon sein. Also ein ganzer Eimer.


Gut, Bocuse sprach am Rande noch von schwarzen Trüffeln, aber wie war das noch mit der Fastenzeit?
Die Trüffel habe ich weggelassen.

Zubereitung:
Das Huhn innen gepfeffert.
Eine dicke Schicht Salz in einen Schmortopf geschichtet und das Huhn mit der Brust nach unten darauf gesetzt.
Gut mit Salz rundum bedeckt, es sollte ja kein Huhn herausschauen, und den Deckel auf den Topf gelegt.


Für etwa 11/2 Stunden bei 250° Ober- und Unterhitze in die Röhre geschoben.
Währenddessen hatte ich Zeit, in die Röhre zu schauen, irgendeine Kochsendung, was sonst?

Nach der halben Garzeit bereitete ich die Beilage zu:
Risotto und Möhren. Ich finde die süßen Möhren passen wunderbar zum Geflügel.
Für den Risotto brauchte ich nur Hühnerbrühe, Schalotte, Pfeffer und Zitronenschale einer Amalfizitrone. 
Die Möhren dünsteten in Butter mit etwas Zucker und hatten Zeit ihre eigene Süße abzugeben.

Nach einer guten Stunde befreite ich das Huhn vom Salz. Es war für die Brust genau der richtige Garpunkt, die Keulen durften noch nachgaren. 
Ein unglaublicher Duft kam mir entgegen. Er hat schon recht, der gute Paul. Mehr Zutaten braucht so ein Getier nicht. Höchstens ein, zwei Trüffel...........wenn man/frau hat.


Das Foto ist vom Meister, hatte ich aus dem Kochbuch geklaut. Mein Bressehuhn war etwas bleicher.

Das Salz war hart wie Stein geworden, ich nahm den Holzhammer zur Hilfe um das Huhn zu befreien. 
Die Brust löste ich aus und briet sie auf der Hautseite scharf an. Ja genauso sollte es sein.

Wir verspeisten die Bressehuhn-Brust genüsslich mit Risotto und Möhren.
Der Wein dazu war kein Beaujolais, er hätte sicher gut gepasst denn er kommt aus der gleichen Region. Wir hatten keinen im Haus, also nahmen wir einen guten deutschen Spätburgunder. Er  mundete uns aber ebenso gut.

Am nächsten Tag gab es dann die Keulen mit dem Risottorest.


Ich kann nicht sagen welches Teil des Huhns besser war. Gott sei Dank hat so ein Tier mehrere Möglichkeiten.
Bon Appétit!

Unweit des Beaujolais werden die Bressehühner gezüchtet. Bressehuhn ist die kontrollierte
Herkunftsbezeichnung (AOC) für eine Hühnerrasse, welche aus der Region Bresse
nordöstlich von Lyon stammt. Auffällig sind die blauen Beine des Tieres. Ein Bressehuhn ist
stets ein Freilandhuhn, es wird auf 10 m² pro Tier ausschließlich mit regional angebautem
Mais oder Buchweizen gefüttert und in der Regel direkt beim Züchter geschlachtet. Der
enorme Platzbedarf, die teure Ernährung und das Mindestschlachtalter von vier Monaten
schlagen sich im Preis nieder.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Budino dei Medici mit Amarena-Kirschen!





Susanne Hohmann, aka Magentratzerl hat wieder oder immer noch zu ihrem Dauer-Event Schatzsuche im Vorratsschrank aufgerufen.
das kommt mir gerade recht, ich bin nämlich im Umzugsfieber.
Was da alles zum Vorschein kommt, es ist nicht zu fassen.

Seit Wochen räume ich schon Schränke auf oder fast leer. Erst einmal vorsortieren und so.
Mehrere Säcke Alttextilien sind schon weg.
Jetzt sind da noch zwei ältere Fernseher, ein Monitor vom Computer, Lautsprecher, diverse Kabel und, und, und.
Auch ganz witzig Besteckteilchen in Silber, natürlich echt, wo sind wir denn hier, aus der Serie "Hildesheimer Rose". Wie goldig, äh silbrig. Lauter so ein Zeugs!
Irgendwie für oder von jedem was dabei.
Geschirr und Besteck in Mengen, mein Gott, so viele Gäste kann ich, auch nicht in der neuen Bleibe, bewirten.
Bei all der Arbeit die dahinter steckt wird mir auch ein wenig schwer ums Herz. Viele Jahre habe ich/haben wir gekauft und gesammelt. Von einigen Sachen trenne ich mich ganz leicht, aber bei vielen anderen Dingen verweile ich etwas länger.

Bevor es aber hier zum Herzschmerz wird, komme ich schnell auf den Boden der Tatsachen zurück: Ausräumen und etwas finden! Z.B. Lebensmittel für das Dauerevent bei Susanne Magentratzerl.

Da ist doch tatsächlich noch ein Glas Amarena-Kirschen vom Weihnachtsfest übrig geblieben. Noch verschlossen natürlich und auch noch bis zum Sommer haltbar.
Aber keinesfalls möchte ich das Glas mit umziehen lassen, das fehlte noch!
Amarena-Kirschen habe ich bisher nur zum Eis gegessen, so sollte es auch an Weihnachten geschehen. Jetzt aber.....sind sie immer noch da.
Dann waren da noch im Gefrierschrank zwei Plunder-Quarktaschen, die sind irgendwann mal übrig geblieben und schwupp im Tiefkühler gelandet.
Umndiese irgendwie zu verarbeiten, fällt mir der Budino dei Medici ein. Das Rezept dazu habe ich in meinem ersten toskanischen Kochbuch gelesen. Es hört sich doch wesentlich eleganter an, als ein Ofenschlupfer.
Die toskanische Version ist wahlweise mit Rosinen oder Kirschen.
Ich denke die mit Kirschen gehört zur Königsdisziplin. Wenn schon, denn schon!

Es wird erzählt, dieser Pudding sei von Medicis Gesandten abgelistet worden, die sich oft an den englischen Hof begaben, um abgemachte Darlehen und dazugehörige Zinsen einzulösen.
Das klappte leider nicht immer: oft kehrten sie mit leeren Händen zurück, dafür aber mit süßen Rezepten, z.B. mit diesem in der Tasche, so dass es zu einem wertvollen Gericht wurde.


Zutaten:

2 gefundene Plunder-Quarktaschen
1/4 l Milch
2 Eier
40 g Zucker
Butter zum Einpinseln der Form
abgeriebene Zitronenschale
Amarena Kirschen als Beilage


Zubereitung:

Die Plunder-Quark-Taschen in Scheiben schneiden und in eine gebutterte Auflaufform setzen.
Den Zucker, die Zitronenschale, die geschlagenen Eier und die erwärmte Milch vermischen und darüber verteilen.
Im Ofen bei 160° etwa 20 Minuten backen lassen.
Noch warm mit den Amarena-Kirschen geniessen.


Buon Appetito!


Samstag, 20. September 2014

Der pure Geschmack, Spaghetti mit Colatura di Alici!




Petra hat zum Blogevent "Und wie würzt du?"aufgerufen und dazu habe ich auch etwas zu sagen bzw. zu schreiben.
Ich liebe Gewürze in ihrer ganzen Vielfalt und ich bewundere viele Blogger und ganz besonders Tina mit ihren vielen indischen Gerichten. Unermüdlich mischt und mörsert sie ihre Currys zusammen.

Gelegentlich mische ich auch, also Currys. Nicht so oft wie Tina oder die anderen Blogger. Eigentlich nicht öfter als zwei, drei Mal im Jahr. Aber dann passiert es mir meistens, dass die Gewürze nichts mehr taugen. Also, wieder alle acht bis zehn Sorten neu kaufen. Curry Mischung ansetzen und loslegen. Eine sehr genaue Logistik ist also vorher wichtig. Das Ganze kommt mir nicht so sehr entgegen. Ich bin eher die spontan Köchin. Einfach so direkt an den Wok oder Herd gehen und loslegen.
Für Tina kein Problem, sie kocht ja regelmäßig indisch und hat dementsprechend alle Gewürze zur Hand.
Ganz anders ist es da in der mediterranen Küche. Da reichen neben guten Zutaten, Salz und Pfeffer ein paar frische Kräuter und schwupps ist ein köstliches Gericht entstanden. Meistens entscheide ich anhand der Kräuter, was gekocht wird. Fleisch oder Fisch gesellen sich erst dann dazu.
So wie in folgendem Fall.

Mein Garum Lieferant Michelangelo Balistrieri hier in Sizilien lässt mich schon seit Monaten auf Nachschub warten. Da kam es mir gerade recht, dass ich in einenem Feinkostladen in Cefalu' diese Colatura di Alici entdeckte. Sie ist dem Garum sehr ähnlich wenn nicht sogar gleich.
Jedenfalls fand ich die Colatura und ich wollte etwas damit kochen.
Dazu braucht es nicht viele Zutaten und damit wären wir wieder beim Thema. Ich bin ja hier in Sizilien nicht zum Spaß, oder wenn nur ein bisschen! Will sagen, habe nicht unendlich viel Zeit.


Zutaten für zwei Esser als Hauptgericht:
  • 200 g Spaghetti
  • 1 Calamaro, wenn zur Hand, sonst schmeckts auch ohne Fisch
  • Olivenöl
  • Knoblauch und Chili nach Gusto
  • Petersilie
  • Zitrone
  • Colatura
  • Pfeffer
  • kein Salz, nur wenig zum Kochen der Spaghetti


Die Zubereitung ist denkbar einfach.
Die Spaghetti kochen wie gewohnt, nur mit Salz sparsam sein. Ich hörte, dass gar kein Salz benötigt wird, hab's versucht, war aber nicht überzeugend für mich.
In der Zwischenzeit den geputzten Calamaro -danke lieber Francesco di Alioto, Fischer aus Santa Flavia, dass du das für mich übernommen hast- in Olivenöl mit Knoblauch und Chili anbraten.
Pfeffer und ein paar Zitronenschalen dazu geben. Fünf Minuten brutzeln lassen.

 Die Spaghetti dürften fertig sein, tropfnass zum Calamaro geben, untermischen und ganz zum Schluss fein geschnittene Petersilie und die Colatura dazu geben.
Die Menge der Colatura muss jeder für sich bestimmen, ich habe knapp zwei EL genommen, also für jeden einen.




Was soll ich sagen Petra, uns hat's geschmeckt, du bist herzlich eingeladen beim nächsten Mal mit zu essen, diesmal ist leider nichts mehr übrig.
Buon Appetito!



Sonntag, 3. August 2014

5 Jahre und immer noch Geschmack!

Heute mal: Gnocchi für alle, bitte bedient euch, denn es gibt bei mir nichts zu gewinnen


Zu diesem, meinem fünfjärigen Jubiläum am 4. August erlaube ich mir, noch einmal das gleiche zu kochen wie damals.
Nicht, dass ich es nicht zwischendurch auch zubereitet hätte, aber eben nicht gebloggt. Das macht man nicht, lese ich hin und wieder in den Blogs. Als ob ich mich darum kümmern würde.
Jetzt aber ganz offiziel noch einmal Gnocchi al Burro e Salvia. Die Gnocchis gehören eben immer noch zu meinen Lieblingsgerichten.

Es ist viel passiert in diesen 5 Jahren, nicht nur bei mir wie z.B.:
-an diversen Radio und Fersehterminen teilgenommen 
-Kochkurse abgehalten
-mit und für Blogger gekocht
-2 Kochbücher geschrieben,
sondern vor allem bei anderen Bloggern. Einige Blogs sind sehr professionell unterwegs, andere plätschern genau wie ich so durch die Blogger-Landschaft.

Besonders freut es mich, wenn Gerichte oder Zubereitungen verbloggt werden, die vor zwanzig Jahren oder länger schon mal Gesprächsstoff waren. Das Rad wird eben nicht neu erfunden, auch wenn es sich manchmal so liest, sondern nur verändert.


Manchmal glaube ich, ich habe schon über alles einmal geschrieben. Zumindest über das, was mich wirklich interessiert. Was natürlich so nicht stimmen kann. Denn jedes Gemüse oder jedes Fleisch kann ja auf andere Art und Weise zubereitet werden. Also raffe ich mich immer wieder auf und merke, es macht doch noch Spaß. Die Euphorie ist nur nicht mehr so stark wie anfangs.
Das liegt sicher auch daran, dass inzwischen unglaublich viele gute Blogs dazu gekommen sind, bei denen ich nicht mithalten kann. Die Meisten mit sehr guten Fotos und bei mir immer nur ganz einfach knips und weg.
Aber auch hier wieder, was kümmert es mich, wenns doch Spaß macht?


Ob ein Pfund oder ein Kilo, immer nur ein Ei


Da sind se, meine Lieblings-Gnocchi, zart wie ein Wölkchen


Der Parmigiano schmilzt in der heißen Salbeibutter, hmm


Zur Feier des Tages eine zweite Variante, mit fruchtiger Tomatensauce
Buon Appetito!

Donnerstag, 19. Juni 2014

Suppe von Rote Bete mit Parmesanklößchen!




Ein "Fronleichnamsschmaus", so nannte es mein Mitbewohner. Der Geschmack: erdig, fruchtig, scharf und süß. Ein Genuss für sich. Dazu die Klößchen, zart wie ein Wölkchen und obendrauf ein mandelig/nussiger Pesto.
Dieses Süppchen brachte Farbe in den trüben Feiertag und gesund ist es wahrscheinlich auch noch.
Bei so frischen, knackigen Rote Beten konnte ich einfach nicht wiederstehen.





Rote Beten sind verwandt mit Mangold  und Zuckerrüben. Ursprünglich stammen sie aus Afrika, wurden uns aber von den Römern nach Europa gebracht. 
Sie sind außerordentlich kalorienarm

Da die Rote Bete Nitrat speichert, ist das Gemüse aus biologischem Landanbau vorzuziehen.
Sie enthalten viele wichtige Mineralstoffe und bieten dem Körper Kalium, Magnesium, Eisen, Mangan und Kupfer. Sie weisen einen hohen Nitratgehalt auf, der leistungssteigernd wirkt.
Der Vitamingehalt der Roten Bete ist reichlich. Sowohl das Provitamin A, das sich positiv auf die Sehkraft auswirkt, ist in der roten Rübe enthalten als auch Vitamin C (10 mg), das die Immunkräfte stärkt.
Auch wegen ihres hohen Gehalts an Folsäure (Vitamin B9) wird die Rote Bete als sehr gesundes Gemüse bezeichnet, denn die Folsäure ist für die Bildung der roten Blutkörperchen verantwortlich. Schon 200 Gramm Rote Bete decken die Hälfte des Tagesbedarfs eines Erwachsenen am Vitamin B9.
Weil die Seeleute früher oft lange Zeit nicht die Möglichkeit hatten, an frische Lebensmittel zu kommen, wurden haltbare Nahrungsmittel auf die Seereise mitgenommen. Zu den haltbaren Vitaminspendern zählten auch die Rote Bete. 
Die rote Knolle hat es ganz schön in sich. Apropos Knolle, ich hab schon wieder eine bekommen, aus Sizilien. Die machen sich das wohl zur Gewohnheit, oder suchen die Carabinieri Briefkontakt?



Zutaten Suppe:

1 Zwiebel
1 Stück Ingwer
1 Stück Chili
1 EL Mandelöl
3 kleine Rote Beten
1/2 Apfel
eine Tasse Gemüsebrühe
eine Tasse Apfelsaft
ein Schuss Sahne
Salz
langen Pfeffer  gemörsert

Zubereitung:

Zwiebeln und den Ingwer schälen und fein schneiden. In Mandelöl bei schwacher Hitze  andünsten, Chili dazu geben.

Die Roten Beten schälen - das geht am besten mit dem Sparschäler - und in Würfel schneiden. Ebenfalls den Apfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und würfeln.
Apfel und Rote Beten mit in den Topf geben. Apfelsaft, Sahne und Gemüsebrühe dazugeben und ca. 20 Min. leise kochen lassen. Salz und Pfeffer nicht vergessen.

Die Suppe fein pürieren und ggf. noch mit Brühe und Sahne auffüllen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.




Von dem frischen Grün habe ich einen schnellen Pesto gemacht. Im Mixer mit Mandelöl und gerösteten Pinienkernen gemixt. Nicht so fein, sondern noch stückig gelassen.
Die restlichen Klößchen - es waren natürlich viel zu viele - haben wir mit dem Pesto gegessen.
Sozusagen als Primo.
Die Klößchen schmecken auch wunderbar zu einer kalten oder warmen Tomatensauce, aber das ist ein anderes Thema.




Zutaten Parmesanklößchen:

125 ml Wasser
125 g Butter
125 g Mehl
4  Eier
wenig Salz
eine PriseZucker
125 g frisch geriebener Parmesankäse


Zubereitung:


Das Wasser mit Butter, Salz und Zucker aufkochen. Das Mehl schnell mit einem Holzlöffel hineinrühren, bis sich alle Zutaten als Kloß vom Topfrand lösen. Die Masse in eine Rührschüssel füllen. Mit dem Holzlöffel ein Ei unterrühren; das nächste erst unterrühren, wenn das erste ganz von der Masse aufgenommen wurde. So weiterarbeiten, bis alle Eier untergearbeitet sind. Die fertige Masse, also den Brandteig auskühlen lassen.

Parmesankäse unter die Brandteigmasse heben.



In einem großen Topf Salzwasser zum Sieden erhitzen. Mit zwei in kaltes Wasser getauchte Teelöffel kleine Nocken aus der Brandteigmasse abstechen und in das siedende Wasser gleiten lassen. Die Nocken ziehen, nicht kochen lassen. Die Klößchen sind fertig, wenn sie oben schwimmen.


Mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben, und abgetropft in der Suppe anrichten.



Buon Appetito!

Sonntag, 1. Juni 2014

Feijoada, brasilianisches Nationalgericht zur WM 2014!



Vor fünf Jahren weilte ich einige Wochen in Rio de Janeiro und Umgebung und es war ein großes Erlebnis für mich. Rio ist die zweitgrößte Stadt des Landes und gleichzeitig die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Der Name bedeutet Januar Fluß und beruht auf einem Irrtum. Eine genaue Erklärung dazu findet ihr hier bei Wiki.
Damals sah ich schon in den Strassen von Rio die ersten Werbebanner für die WM 2014.

In diesem Jahr nun ist es soweit, es findet in Brasilien die Fußballweltmeisterschaft statt und ich habe die Ehre an diesem Event bei Peter teilzunehmen.



Kaum sind alle Manschaften in Brasilien angekommen, gibt es auch schon etwas zu Essen. Die Jungs müssen sich stärken.
Zu Brasiliens Küche fällt mir zu allererst die Feijoada ein. 
Für meine Begriffe ist das zwar eher ein winterliches Gericht, aber in Rio wird es des Öfteren zubereitet, wenn Gäste kommen, und oft ist es über 30° warm.  



Erst kommen die Gäste und dann wird gemeinsam gekocht. Jedesmal wieder ein Fest, Hossa, ähm Nossa.
Natürlich auch mit Musik und draussen tanzt die Jugend, z.B. Capoeira.




Da schießt sich schon einer warm, naja so viele Bohnen.


Zutaten:

Zubereitung:

Die Feijoada ist DAS brasilianische Nationalgericht. Ein deftiger Eintopf, den einst afrikanische Sklaven aus unnoblen Teilen (Ohren, Schwänzchen, Füße) der brasilianischen Herrenhäuser zusammenmengten. 
Grundlage sind schwarze Bohnen und Chili - Pimenta-Malagueta, auch als Guinea-Pfeffer bekannt-.

Die Bohnen über Nacht einweichen. Nach Möglichkeit das Wasser zwei- dreimal wechseln, bis die Flüssigkeit heller wird. Dann mit dem abgespülten Fleisch und dem Pimenta-Malaguetta mindestens 2 Std. ganz sanft kochen, die Bohnen sollen nicht platzen. Kurz vor dem Garpunkt die Würste hinzu fügen. Da das Fleisch gepökelt ist und die Würste auch würzig sind, braucht nicht zusätzlich gesalzen werden.

Den Kohl in feine Streifen schneiden und in Olivenöl mit fein geschnittenem Knoblauch dünsten.

Den Reis nach Anweisung der Packung kochen.
  



Und so wird die simple Feijoada serviert: 
Alle Bestandteile werden separat gereicht, Reis, Bohnen, Fleisch und Würste, Kohl, die Orangenscheiben und die Farofa. Es ist also in dem Sinne kein Eintopf, wie die Feijoada in Portugal.

Ich lebte in Brasilien in einer Familie. Die Kinder streuten die Farofa über alle möglichen Speisen. Mich erinnerte das ein wenig an die Brotbrösel in Sizilien, welche als Ersatz für Parmigiano herhalten. 
Die Orangen haben den Sinn, durch ihre Säure bei der Verdauung zu helfen. Cachaça trinken ist den Spielern ja nicht erlaubt, obwohl er gut im Inneren aufräumen würde.


( Dem aufmerksamen Leser ist sicher nicht entgangen, dass sich keine Orangen auf dem Teller befinden. Ich hatte sie schlichtweg vergessen.)



Hier ist es eine Feijoada und keine Feijoada completa. Sie wäre ein Festessen, das im Kreise der Familie über Stunden zelebriert werden könnte. Dazu gehörten dann diverse Fleischsorten.
Überhaupt sind die Speisen in Brasilien sehr fleischlastig, davon zeugen auch die unzähligen Churrascarias.
Die Completa war mir für die Fußballer zu mächtig, sie haben nicht soviel Zeit zum Essen und sie sollen sich ja flink auf dem Platz bewegen.
A refeição! (Mahlzeit!)

Blogevent zur Fußball-WM 2014 - Wir kochen uns um die Welt

Freitag, 23. Mai 2014

Sommer-Pasta - Anelli estivi zur Fußballweltmeisterschaft!

Pasta, so sagt man, bringt besonders viel Energie. Das können die Fußballer, egal welcher Nationalität, zur WM gut gebrauchen.
Da ich zu Italien eine ganz besondere Affinität habe und Pasta und Italien einfach zusammen gehören, war für mich klar, dass ich mich bei Peters Event für die italienische  Manschaft und für Pasta entscheide.


Pasta allein macht zwar glücklich, aber der Vitaminhaushalt sollte auch berücksichtigt werden. Deshalb also viel Grünzeug.


Zur Spielzeit der WM gibt es ja alle erdenklich guten, gesunden Gemüse. Bleibt nur noch für mich, sie zusammen zufügen und zu servieren.


Und da das Ganze im Sommer stattfindet, nenne ich dieses Gericht schlichtweg Sommer-Pasta, Anelli estivi, so einfach ist das.
Anelli sind ganz typisch für Sizilien, die nicht sizilianischen Spieler mögen es mir verzeihen.
Da aber auch sizilianische Spieler wie z.B. der großartige Mario Balotelli aus Palermo in der italienischen Manschaft ist, widme ich diese Pasta-Sorte besonders ihnen.

Zutaten für 4 hungrige Spieler oder Tifosi:
  • 400 g Anelli pro Person   -gibt Energie-
  • 350 g Spargel grün   -flüssigkeitshaltig-
  • eine gute Handvoll Erbsen, gepalt  -süß-
  • eine gute Handvoll Dickebohnen, gepalt  -nussig-
  • 2 Artischocken  -bitter-
  • Agretti nach Geschmack  -salzig-
  • Pinienkerne  -geröstet-
  • frische Minze  -erfrischt-
  • geriebene Zitronenschale  -Vitaminbombe-
  • Chili  -gibt Feuer-
  • Olivenöl  -schmiert-
  • Parmigiano  -rundet ab-
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die Anelli etwa 20 Min. in Salzwasser kochen.
Erbsen und Bohnen blanchieren und palen, Artischocken entblättern, vierteln und 5 Min. kochen. Agretti und Spargel blanchieren.
Aus Erbsen, Dickebohnen, Parmigiano, Pinienkerne, Olivenöl, Chili, Minze, Zitronenschale ein Pesto bereiten.
Ein paar Erbsen und Dickebohnen übrig lassen.
In der Pfanne den Pesto mit den anderen Gemüsen vermischen, etwas Nudelkochwasser zugeben, die abgegossene Pasta unterheben und mit Parmigiano servieren.
Ecco la.



In der Halbzeit gibt es ein paar Crostini, z.B. mit Thunfischcreme und Creme von Dickebohnen, sonst hält man die Spannung ja gar nicht aus.


Buon Appetito, e Olé!





Blogevent zur Fußball-WM 2014 - Wir kochen uns um die Welt


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